Da bin ich grundsätzlich bei dir.
Was du beschreibst trifft auf deutsche/europäische Hersteller (bis auf wenige Ausnahmen) zu.
Auch ich gehe davon aus, dass auf dem Band unterschiedliche Farben und Ausstattungen gemischt produziert werden. Das ist heute in der Automobilindustrie Standard.
Worauf ich hinaus wollte, ist etwas anderes: Nicht jede Variante muss bereits vom ersten Produktionstag an überhaupt zur Fertigung freigegeben sein. Toyota kann den Produktionsanlauf durchaus stufenweise gestalten und zunächst nur bestimmte Motor- und Ausstattungskombinationen einplanen. Sobald diese stabil laufen, kommen weitere Varianten hinzu. Das ist kein Widerspruch zu Just-in-Sequence und Toyota Production System (die historische und methodische Grundlage von Lean Production).
Genau diesen Eindruck habe ich aus den Gesprächen mit meinem Händler gewonnen. Dort hieß es, dass beim RAV4 PHEV zunächst vor allem Style-Fahrzeuge zugeteilt werden, während Teamplayer und teilweise auch Lounge später folgen sollen. Er kann auch nicht erklären, warum andere Länder in der EU (A gehört dazu) bei den Zuteilungen bevorzugt werden.
Dass anschließend auf dem Band Style, Teamplayer, Lounge und andere Varianten gemischt laufen, widerspricht dem aus meiner Sicht überhaupt nicht.
Die Schiffskapazitäten und die Verteilung auf die Händler spielen natürlich ebenfalls eine Rolle. Das erklärt aber eher die Lieferzeit nach der Produktion, nicht unbedingt den Zeitpunkt, ab dem eine bestimmte Variante überhaupt gebaut wird.
Auch ist die Dauer einer Schiffpassage von Japan nach Europa kürzer: während das Schiff selbst knapp einen Monat bis anderthalb Monate unterwegs ist, vergehen vom Verlassen des Werks in Japan bis zur Ankunft des Wagens beim deutschen Händler insgesamt meist ca. 6 bis 9 Wochen.