Ich wollte hier im Forum kurz meine Erfahrungen teilen, wie die Abwicklung bei mir nach dem Diebstahl unseres RAV4 abgelaufen ist, vielleicht hilft das dem ein oder anderen in einer ähnlichen Situation weiter.
Fahrzeugdaten:
Es handelte sich um einen 4 Jahre alten Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid mit einem Kilometerstand von knapp 62.000 km. Zur Ausstattung gehörten unter anderem das Technik- und Style-Paket sowie eine Anhängerkupplung.
Wie es dazu kam:
Das Auto stand draußen. Der Schlüssel lag sicher im Haus in einer RFID-Safe-Box. Trotzdem war das Auto am nächsten Morgen spurlos verschwunden.
Der Weg zum Gutachten:
Nach etwa 4 Wochen Wartezeit lag schließlich das offizielle Schadensgutachten vor, für das ich bei der Versicherung eine ganze Reihe an Unterlagen einreichen musste, wie neben den Fahrzeugpapieren und allen vorhandenen Schlüsseln auch die Diebstahlanzeige der Polizei, der TÜV-Bericht, Rechnungen über eventuelle Reparaturen sowie lückenlose Wartungsberichte beziehungsweise Inspektionsnachweise, um den gepflegten Zustand des Autos zu belegen.
Das Gutachten:
Der von der Versicherung eingeschaltete Sachverständige hat den Wiederbeschaffungswert auf Basis der DAT-Marktbeobachtung fair und marktgerecht auf 38.400,00 EUR brutto (bzw. 37.500,00 EUR netto, da differenzbesteuert) beziffert, während der damalige Neupreis bei rund 58.800,00 EUR lag. Persönlich hatte ich im Vorfeld mit einem Wert zwischen 38.000 und 40.000 EUR gerechnet, womit das Gutachten also ziemlich genau im erwarteten Rahmen lag.
Die Auszahlung (Teil 1):
Die Versicherung überweist zunächst den Netto-Wiederbeschaffungswert abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung von 150,00 EUR, was glatte 37.350,00 EUR sind. Da die polizeiliche Ermittlungsakte zu dem Zeitpunkt noch nicht vorliegt, läuft die Auszahlung formal unter Vorbehalt und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.
Die Mehrwertsteuer / Differenzsteuer:
Im Gutachten waren rund 900,00 EUR an Steueranteil enthalten, wobei diese Summe nicht einfach gestrichen, sondern nachgezahlt wird, sobald man die Neuanschaffungsrechnung (in meinem Fall für den Nachfolge-Wagen) einreicht, womit diese restlichen 900,00 EUR bis zum Brutto-Wiederbeschaffungswert erstattet werden.
Wichtiger Tipp - Dokumente und Gegenstände im Auto:
Lasst den TÜV-Bericht und andere wichtige Unterlagen am besten direkt zu Hause, sonst hat man im Schadensfall nur unnötige Rennereien, um Ersatz zu beschaffen. Da mein Fahrzeugschein im gestohlenen Auto lag, musste das Amt zudem extra einen neuen Schein für die Abmeldung ausstellen, was sofort wieder 15,00 EUR extra gekostet hat. Immerhin bekommt man nach der offiziellen Abmeldung die zu viel gezahlte Kfz-Steuer und die Kfz-Versicherung anteilig zurück.
Hausratversicherung nicht vergessen:
Die heimische Hausratversicherung ersetzt oft den Verlust von Gegenständen, die fest zum persönlichen Gebrauch im Auto mitgeführt wurden (bei meiner deckt das Schäden bis zu 1000 € ab). Ich habe dort unter anderem Kindersitz, Sonnenbrille, Tablethalter, Kindersitzunterlage und einen AA Wireless Dongle geltend gemacht. Am Ende wurden knapp 900 € davon problemlos erstattet.
Zusätzlicher Tipp - Zubehör und Anbauteile richtig lagern
Wenn ihr Dachträger oder Gepäckgitter habt und diese demontiert, legt unbedingt alle Teile und Schrauben direkt mit in die Garage oder den Keller. Ich hatte Schrauben, Abdeckungen und das Montagewerkzeug früher immer unten im Kofferraum liegen, weshalb bei mir jetzt in der Garage Dachträger ohne Schrauben, Abdeckungen und Werkzeug sowie ein Ladegitter ohne Befestigung herumliegen.
Fazit:
Insgesamt lief die Schadensabwicklung erstaunlich unkompliziert und fair ab, auch wenn so ein Diebstahl natürlich immer super nervig ist. Wenn man ein paar Dinge beachtet, kriegt man das Ganze aber gut über die Bühne.