All Terrain Bereifung


  • Hallo Zusammen,


    nun, nach etwas über 3 Jahren kann ich meinen ausführlichen Beitrag #6 vom 10. Dezember 2023 ergänzen hinsichtlich Erfahrung zur AT-Bereifung

    BFGOODRICH ALL TERRAIN T/A KO2 LT255/55R18 109/105R

    Profiltiefe NEU: 10,5mm


    Ich bin die Bereifung 3 "Winter" gefahren und einen Sommer durch. Kilometerleistung grob geschätzt 25.000km bis 30.000km.
    Profiltiefe jetzt: 6mm

    Das Hauptproblem war nach knapp 3 Jahren, dass die Gummimischung (wie üblich) härter wurde und der Reifen bei Nässe in Kurven zu gefährlich wurde. Damit meine ich, die 2 Tonnen drücken das Auto aus der Kurve raus, wenn man mit (nur) "normaler" Geschwindigkeit die Kurve fährt. Ich wusste dies ja und hatte mich darauf eingestellt.
    Die Reifen wurden dann auch lauter; wegen Gummimischung und bekannter "Sägezahn-Muster-Abnutzung". Um dieser Abnutzung etwas vorzubeugen, sollte man die Räder mit der Zeit diagonal wechseln (Wechsel von VA auf HA und umgekehrt; somit auch Wechsel der Laufrichtung).


    Ich plane zur Zeit eine (noch) größere AT-Bereifung, daher sind die Felgen wahrscheinlich bei mir für eine AT-Bereifung "übrig" ...

    Wenn Umsetzung, Bericht wird kommen.



    EXKURS:

    Da ich die im Beitrag ausführlich beschriebene Felge
    PLATIN WHEELS P 73 RACING-SCHWARZ 7x18 ET35 5x114.3

    aber noch behalten wollte, kamen die ATs jetzt runter und die Felgen verwendete ich für Winterreifen - 4 Stück und 2 neue Ersatz in meinem Fundus.

    Continental WinterContact TS 850P 255/55 R18 105T.

    Profiltiefe NEU: 9mm

    Gewicht: 15,7kg


    WICHTIG war mir, dass die Felgen mit Reifen der gleichen Größe nochmals eingetragen werden.

    255/55R18

    Dies ist eine sehr gängige SUV Reifengröße.

    Und zwar nicht mit der alten Winterreifenbezeichnung "M+S" - dann schließt dies Sommerreifen aus !!!
    Auch WICHTIG war mir, einen geringen Traglastindex zu nehmen und einzutragen, also nicht "XL" für "ExtraLoad", z. B. 109. Ist auch dann schwerer !!!
    In dieser Dimension ist 105 oder 109 üblich.


    Interessant, der coole Prüfer (entspannte Einzelabnahme) trug mir sogar die ausreichende Traglast von 100 ein (da Serie).


    255-55R18-TÜV-Eintragung.png

    Für die AT-Bereifung wählte ich ja bewusst eine schmale Felge (7 Zoll, vgl. Beitrag #6).

    Jetzt war es natürlich etwas spannend, wie die 255/55R18 auf der unüblichen Felgenbreite raus kommen. Klar, eine 8 Zoll Breite Felge wäre etwas formschöner, aber es geht:


    Continental WinterContact TS 850P 255-55 R18 105T_c_.jpg


    Continental WinterContact TS 850P 255-55 R18 105T_b_.jpg


    Continental WinterContact TS 850P 255-55 R18 105T_a_.jpg



    Und, ich habe gefühlt ein NEUES Auto, man ist das jetzt flüsterleise  8)

    (vgl. Thema Geräuschdämmung - Fahrgeräusche.


    Grüße,
    Ravi4

  • Hallo zusammen,


    nun, nach etwas längerer Zeit, möchte ich euch endlich weitere fundierte Einblicke in ein weiteres meiner Räder-Projekte geben und meine Erfahrungen teilen:


    Extreme AT-Rad-Reifenkombination (265/60 R18 auf 7.5x18 ET25) für maximale Bodenfreiheit.


    Eine Fahrwerkshöherlegung ist Voraussetzung …




    Der Beitrag #6 vom 10. Dezember 2023 gab ja bereits einen sehr detaillierten Einblick in die Reifenauswahl, Felgenwahl, Reifenherstellerbescheinigung sowie TÜV-Eintragung per Einzelabnahme. Auch Beitrag #11 vom 22. März 2025 lieferte hier in diesem Thread entsprechende Details.


    Bei diesem Projekt (Sommer 2025) ging es um eine noch größere Raddimension, um die Bodenfreiheit auf diesem Weg noch weiter zu maximieren.
    Das manchmal „heiß“ diskutierte Thema: Der Tacho.

    Klar gibt es die Prozentregel, ausgehend von der Serienbereifung, aber laut Reifenrechner sollte es spitz auf Knopf eine Punktlandung mit einer TACHOÜBERPRÜFUNG mit Einzelabnahme werden.


    Wie im Rallyesport (war früher 8 Jahre Codriver) bei Bulletins: „Streiche“ …, „setze“ …


    Bitte (im Kopf) streichen: Tachoangleichung !

    Setze: Tachoüberprüfung ;)




    (1) Reifenauswahl


    In der folgenden Grafik ist die Reifengröße 255/55 R18 als Referenz dargestellt (grün). Nach eingehender Recherche zur BFGoodrich All-Terrain-Bereifung wählte ich die nächstmögliche, größere Dimension 265/60 R18 (orange).


    Das bringt eine Erhöhung der Bodenfreiheit (reiner Radiusgewinn) um 1,9 cm (siehe Grafik rechts). Die rote Linie markiert dabei den inneren Bezugspunkt bezüglich der Freigängigkeit zum Fahrwerk (relevant für die Vorderachse).


    Reifenrechner-at_ auf_265-60R18_b.png




    Die Entscheidung fiel auf den BFGoodrich All-Terrain T/A KO2 in der Dimension 265/60 R18.


    Mittlerweise (2026) löst der Nachfolger KO3 den KO2 ab…


    BFGoodrich All-Terrain T/ Liste Verfügbarkeit (Jahr 2025)


    BFGoodrich All Terrain_18Zoll_8Größen.png




    Laut Herstellerbescheinigung von BFGoodrich ist für diesen Reifen eine Felgenmaulweite von 7,5 bis 9,5 Zoll zulässig. Ziel war es auch hier wieder, für den Offroad-Einsatz die schmalstmögliche, freigegebene Felgenbreite zu wählen – in diesem Fall also 7,5 Zoll (abgedeckt durch die Herstellerbescheinigung bzw. die Prüfer-Datenbank).


    BFGoodrich All Terrain_Herstellerbescheinigung_Version-2.jpg



    (finanzielle) Mutprobe, Bestellung von 4 Stück BFGoodrich


    265-60R18_01.jpg



    (2) Felgenauswahl


    Modell: Platin Wheels P 73 (Schwarz Diamant)

    Dimension: 7,5 x 18 Zoll

    Einpresstiefe (ET): ET45

    Lochkreis: 5x114,3

    265-60R18_02.jpg



    (3) Spurverbreiterung


    System: Eibach System 4 (angeschraubte Scheibe mit eingepressten Stehbolzen)

    Zentrierung: 60,1 mm

    Lochkreis: 5x114,3

    Breite: 20 mm je Seite (40 mm pro Achse)

    Artikelnummer: 91420013

    Radlasten: Laut Gutachten auch für den Plug-in Hybrid geeignet und ausreichend dimensioniert.
    Resultierende Geometrie:


    7,5 x 18 ET45 in Kombination mit 20 mm Spurverbreiterung ergibt eine effektive Gesamt-ET von ET25.



    (4) Probemontage (noch ungewuchtet)


    Auf dem Foto sieht man sehr schön, dass die 265er Breite auf der nur 7,5 Zoll breiten Felge für den Offroad-Einsatz optisch wie funktionell hervorragend zur Geltung kommt.


    265-60R18_03.jpg


    Komplettradgewicht: 34,4 kg


    265-60R18_04.jpg



    (5) Freigängigkeit im Radhaus


    Bezüglich der Freigängigkeit geht es hier natürlich schon sehr sportlich zu.


    Wir bewegen uns beim Raddurchmesser mittlerweile auf dem Niveau dieser klassischen Schwergewichte:

    Mercedes-Benz G-Klasse (Baureihe W463 & W463A / z. B. G 350 d, G 400 d, G 500)

    Ford Ranger (z. B. Wildtrak oder Limited)

    VW Amarok, Jeep Grand Cherokee oder dem Toyota Land Cruiser (265/60 R18 oder eine sehr nah verwandte Dimension).




    Anbei die Übersicht der kritischen Problembereiche bezüglich der Freigängigkeit:


    265-60R18_Freigängigkeit-01.jpg



    265-60R18_Freigängigkeit-02.jpg


    Freigängigkeit an VA:


    Durch Anpassungen möglich („Kehrwoche“ = Platz machen), aber nicht (neben Beruf und Familie) kurzfristig 6 Wochen bevor die Fähre für die Urlaubsreise nach Island startete!


    Freigängigkeit an HA möglich.


    Ich könnte mir dies bzgl. Machbarkeit schon vorstellen (techn. Umsetzung und Einzelabnahme);


    Aber „Abbruch“ des Projektes im Sommer 2025 mit der Dimension 265/60 R18.

  • Die finale Version (255/60 R18 auf 7x18 ET15) & Anpassungsarbeiten


    Nach dem Vorversuch ging es zurück auf die bewährte Felgengröße, kombiniert mit der perfekt passenden Reifeneinstufung:


    (1) Die finale Reifengröße


    Reifengröße: 255/60 R18 (im Reifenrechner orange dargestellt)

    Felge: 7 x 18 ET35 + 20 mm Spurverbreiterung je Seite Gesamt-ET 15

    Bodenfreiheit: Erhöhung des Radius (Bodenfreiheit) um 1,3 cm

    Referenz (grün): Bekannte Ausgangsgröße 255/55 R18 auf 7 x 18 ET35 ohne Spurverbreiterung.

    Referenz zu original Auslieferung (PlugIn Basismodell) 225/60 R18: Erhöhung des Radius (Bodenfreiheit) um 1,8 cm


    Reifenrechner-at_ auf_255-60R18.jpg



    (2) Reifenauswahl


    TOYO OPEN COUNTRY A/T III 255/60R18 112H BSW XL

    Gewicht 17,2kg Profil 9,5mm

    Toyo-ATIII.png



    (3) Felgenauswahl

    (wieder – zum dritten mal eingetragen ;) ) Superior Industries, PLATIN P73, 7.0x18, 5x114.3, ET35, 60.1


    Felge.jpg




    Gesamtgewicht (Komplettrad): 28,3 kg

    (deutlich weniger im Vergleich zu den 34,4 kg des 265er Versuchsrades!)

    Und auch weniger als meine AT-Version 1 mit BFGOODRICH ALL TERRAIN T/A KO2 LT255/55R18 109/105R (31,2kg) vgl. Beitrag #6.

    >>> 3kg pro Rad weniger !!!

    >>> bei 5 Rädern 15kg weniger >>> OPEN COUNTRY A/T III 255/60R18 >>> MEIN AT-Rad !!!



    255-60R18_Gesamtgewicht-Toyo.jpeg



    (4) Spurverbreiterung

    Eibach Distanzringe, Kennzeichnung 91 4 20 013, System 4: geschraubter Ring mit Stehbolzen, Breite 20mm, ML-Æ/Lz x Lk/A: 60,1 5x114,3 /145

    Teilegutachten Nr. 62XT0457-18



    (5) Der Lenkrollradius


    Durch die Verringerung der effektiven Einpresstiefe auf ET15 (ET35 Felge - 20 mm Spurverbreiterung) verändert sich der sogenannte Lenkrollradius ins Positivere/Größere!


    Link-Tipp: Wikipedia – Lenkrollradius


    Lenkrollradius_Abb-01.jpeg



    Praktische Auswirkung:


    Durch den veränderten Lenkrollradius beschreibt das Rad beim Einlenken einen größeren Bogen im Radhaus. Dadurch erhöht sich der dynamische Platzbedarf des gesamten Rades bei Einschlag- und Lenkbewegungen nochmals zusätzlich – ein wichtiger Faktor, den man bei der Anpassung der Radhausschalen unbedingt auf dem Schirm haben muss!



    (6) Die Freigängigkeit & Anpassungen


    255-60R18_Freigängigkeit-02-VL.jpg



    255-60R18_Freigängigkeit-03_VL.jpg



    Freigängigkeit schaffen – Wo ein Wille ist, ist ein Weg (oder: Toyota – Nichts ist unmöglich!:(


    Der kritische Punkt an der Vorderachse ist der hintere Bereich der Radhausschale. Hier ragt ein Metallfalz im unteren Bereich ca. 2 cm nach außen.


    Radhaus-VR-01.jpg


    Radhaus-VR-05.jpg


    Durch die Entscheidung, diesen Metallfalz gezielt zu kürzen, gewinnt man ca. 1,5 cm wertvollen Freiraum:
    - Kürzung der gefalzten Blechkante.


    Radhaus-VR-06.jpg

  • - Verschweißen des Dreifachblechs (Minuspol der Batterie abgeklemmt).


    Radhaus-VL-02.jpg


    - Mehrschichtiger Neuaufbau mit drei unterschiedlichen Korrosionsschutz-Beschichtungen (Zinkspray, Grundierung (Rostschutz-Primer), 2K-Lack).




    Radhaus-VR-10.jpg


    Weitere Anpassungen:



    Anpassung (Fixierung M6 Edelstahl) der Radhausschale - somit Platzgewinn

    Radhaus-VL-03.jpeg



    Nacharbeit an den Schweller-Endstücken mit späteren Anbringung von Schmutzfängern - rokblokz MudFlaps RAV4 (Original / Black / Black)


    Radhaus-Schweller-Endstücke.jpg


    (7) Die Tachoüberprüfung


    Wie zuvor erwähnt: Das Kombiinstrument wurde auf die digitale Geschwindigkeitsanzeige umgestellt, der Tempomat auf einer geeigneten, ebenen Strecke exakt auf die Zielgeschwindigkeit eingestellt und mit 2 unabhängigen GPS Anzeigen abgeglichen.


    Überprüfung bei 50 km/h: Digitaltacho vs. GPS bei 50 km/h


    Tachoüberprüfung-50.jpg

    Überprüfung bei 100 km/h: Digitaltacho vs. GPS bei 100 km/h


    Tachoüberprüfung-100.jpg

    Überprüfung bei 120 km/h: Digitaltacho vs. GPS bei 120 km/h


    Tachoüberprüfung-120.jpg



    Ergebnis: Der Tacho eilt weiterhin minimal vor – eintragungsrelevanter Nachweis erbracht!



    (8) Abnahme


    TOYOTA-RAV4-Räder-255-60R18_TÜV.pdf


    Gutachten / Einzelabnahme: TÜV-Gutachten zur Erlangung der Betriebserlaubnis nach § 21 StVZO erfolgreich bestanden.


    Gutachten-Eintragung-Räder.jpg

  • (9) Praxistest (Sommer 2025)


    Island | F261 | im Hintergrund "Superstar" Eyjafjallajökull


    2025-08-31-Island-F261-Eyjafjallajökull-01.jpg



    2025-08-23-Island-Laugarvellir-01.jpg


    2025-08-23-Island-F910-01.jpg


    Nach Island ist vor Island ...

    In wenigen Jahren soll es wieder hin gehen - ich arbeite an meiner intern genannten Ausbaustufe 3

    Weitere Einblicke:

    Ravi4 fährt gerne „Offroad“ - Einblicke in Modifikationen


    Grüße Ravi4

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